ZENIT SONNTAG

Lieber Leser

Wenn Dich jemand respektlos behandelt, ist der erste Reflex, sofort zurückzuschlagen. Genau diese Reaktion will Dein Gegenüber. Und in dem Moment, in dem Du sie ihm gibst, übergibst Du ihm die Kontrolle.

Der Kommunikationsexperte Jefferson Fisher bringt es auf den Punkt. Wer respektlos ist, will eine Reaktion aus Dir herauskitzeln. Diese Reaktion ist sein Dopaminschub. Sie sagt ihm, dass es in Ordnung ist, so zu fühlen, und gibt ihm die Rechtfertigung für seine Wut. Wirft er Dir eine Beleidigung auf Stufe drei hin und Du konterst auf Stufe sieben, hast Du ihm gerade die Erlaubnis gegeben, auf Stufe zehn zu gehen. Und plötzlich bist Du der Schuldige.

Die stärkste Antwort ist, ihm genau diese Reaktion zu verweigern. Lass fünf bis sieben Sekunden Stille stehen. Diese Stille verunsichert ihn, weil er den sofortigen Ausbruch wollte. Oft rudert er von selbst zurück oder wird unruhig. Mit der Stille sagst Du in aller Ruhe: Du entscheidest nicht, wie ich mich jetzt verhalte. Das mache ich.

Ein Beispiel. Jemand sagt zu Dir: “Diese Jacke ist lächerlich.” Du gibst ihm fünf bis sieben Sekunden nichts. Dann schaust Du auf Deine Jacke, schaust ihn an und sagst: “Sag das bitte nochmal.” Er wiederholt es: “Die Jacke ist lächerlich.” Jetzt fragst Du: “Du wolltest mich damit also gerade verletzen?” Sagt er Ja, antwortest Du ruhig: “Dachte ich mir. Danke.” Und damit lässt Du es stehen.

Du hast ihn seine eigene Aussage besitzen lassen. In einer Gruppe wirkt das doppelt, weil die anderen nun bewerten, ob sie dieses Verhalten gutheissen. Unter vier Augen trauen sich Leute leichter, hässlich zu werden. Vor der Gruppe kommt es vor das Gericht der öffentlichen Meinung.

Disrespekt ist ein Angebot, das nur funktioniert, wenn Du es annimmst. In dem Moment, in dem Du Deine Reaktion nicht mehr hergibst, behältst Du die Kontrolle. Stille, dann den anderen seine Worte besitzen lassen, dann ruhig aussteigen.

​Quelle: Jefferson Fisher, im Podcast von Jack Neel​

Alles Liebe,

Nicola

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Catch The Zenith Podcast

Ich bin Nicola Flückiger und Gastgeber des Schweizer Podcasts Catch The Zenith, mit über 200 erschienenen Episoden.

Dich erwarten Gespräche und persönliche Gedanken über Verantwortung, Liebe und Tradition, die Dich Deinem Zenit näherbringen.

Jeden Montag erscheint eine neue Folge – unter anderem mit dem ehemals jüngsten Professor der Welt, dem Enkel des Erfinders des Birchermüeslis, dem Gründer eines Milliarden-Unternehmens oder einem Multimillionär-Investor.

Dieser Podcast ist mein Versuch, jungen Schweizer Männern zu produktiver Grosszügigkeit zu verhelfen, mich selbst und die Welt besser zu verstehen und die friedliche Koexistenz unterschiedlicher Meinungen zu fördern.

Du kannst den Podcast auf YouTube, Apple Podcasts, Spotify oder direkt auf der Website anhören.

Episode dieser Woche

​#260: Die 4 Fehler, die Deine To-Do-Liste sabotieren​

Was ich diese Woche gelernt habe

Das Leben ist endlich.

Gerade dieser Gedanke hilft mir, die schönen Momente mit Familie und Freunden mehr zu schätzen und dankbar für das zu sein, was ich habe.

Gleichzeitig erinnert er mich daran, nicht allem zu viel Bedeutung zu geben.

Viele Dinge, die heute riesig erscheinen, werden in ein paar Jahren kaum noch wichtig sein.

Vielleicht sollten wir das Leben ernst nehmen, aber uns selbst etwas weniger.

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Zitat der Woche

“Besitztümer sind Quatsch. Sie sind wertlos. Sie sind ein Zeichen von Unsicherheit, einem aufgeblähten Ego und einem unruhigen Geist. Und das ist okay, wenn du ein Mittelmäßiger sein willst.” — Chamath Palihapitiya

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Videoempfehlungen:

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