ZENIT SONNTAGLieber Leser Du hast Feierabend, sitzt am Esstisch, und Dein Kopf ist immer noch im Büro. Die Mail, die Du vielleicht vergessen hast. Das Gespräch mit dem Chef morgen. Der Kopf arbeitet weiter, obwohl Du längst zu Hause bist. Cal Newport hat dafür ein Ritual entwickelt, als er am MIT an seiner Doktorarbeit sass und selbst nicht abschalten konnte. Er nennt es das Shutdown-Ritual, und es besteht aus drei Teilen. Erstens, alle offenen Schleifen schliessen. Geh am Ende des Arbeitstags einmal alles durch. Schau in Deine Inbox, ob nichts Dringendes offen ist. Verarbeite lose Notizen. Wirf einen Blick auf Kalender und Wochenplan, damit Du ein grobes Gefühl für morgen hast. Und schreib alles auf, was Dir noch im Kopf herumschwirrt. Das dauert zehn bis fünfzehn Minuten. Zweitens, setz ein klares Schlusssignal. Newport sagt am Ende laut einen festen Satz, bei ihm ist es “Schedule shutdown complete”. Der Wortlaut ist egal, auf Deutsch tut es auch “Feierabend, alles erfasst”. Wichtig ist, dass es immer derselbe Satz ist und dass Du ihn nur sagst, wenn Du den ersten Schritt wirklich gemacht hast. Ein Häkchen im Planer erfüllt denselben Zweck. Drittens, verweigere das Grübeln. Wenn Dein Kopf am Abend wieder anfängt, über die Arbeit nachzudenken, steig nicht in die Details ein. Sag Dir stattdessen: Ich habe das Ritual gemacht, also ist alles erfasst und ich habe einen Plan für morgen. Jedes Mal, wenn Du das tust, wird die gedankliche Rille etwas flacher, bis Deine Gedanken nicht mehr hineinfallen. Rechne mit zwei bis vier Wochen, bis es sitzt. Zwei Dinge machen das Ganze leichter. Leg Dir zu Hause ein Notizbuch bereit. Kommt Dir am Abend doch etwas in den Sinn, schreibst Du es dort hinein und schaust am nächsten Morgen als Erstes hinein. Und plane nach jedem Meeting fünfzehn bis dreissig Minuten ein, um es gleich nachzubearbeiten. So sammeln sich die offenen Punkte gar nicht erst bis zum Abend an. Das Ergebnis ist ein Feierabend, der wirklich einer ist. Dein Kopf glaubt Dir endlich, dass die Arbeit für heute erledigt ist. Quelle: Cal Newport Alles Liebe, Nicola Catch The Zenith PodcastIch bin Nicola Flückiger und Gastgeber des Schweizer Podcasts Catch The Zenith, mit über 200 erschienenen Episoden. Dich erwarten Gespräche und persönliche Gedanken über Verantwortung, Liebe und Tradition, die Dich Deinem Zenit näherbringen. Jeden Montag erscheint eine neue Folge – unter anderem mit dem ehemals jüngsten Professor der Welt, dem Enkel des Erfinders des Birchermüeslis, dem Gründer eines Milliarden-Unternehmens oder einem Multimillionär-Investor. Dieser Podcast ist mein Versuch, jungen Schweizer Männern zu produktiver Grosszügigkeit zu verhelfen, mich selbst und die Welt besser zu verstehen und die friedliche Koexistenz unterschiedlicher Meinungen zu fördern. Du kannst den Podcast auf YouTube, Apple Podcasts, Spotify oder direkt auf der Website anhören. Episode dieser Woche #268: Wie Geheimdienste Menschen zum Reden bringen
Was ich diese Woche gelernt habe Søren Kierkegaard über die Bedeutung des Gehens „Vor allem, verliert nicht euren Wunsch zu gehen. Jeden Tag gehe ich mich in einen Zustand des Wohlbefindens hinein & gehe von jeder Krankheit weg. Ich habe mich in meine besten Gedanken hineingegangen, und ich kenne keinen Gedanken so beschwerlich, dass man nicht von ihm weggehen könnte. Aber durch Still sitzen, & je mehr man still sitzt, desto näher kommt man dem Gefühl, krank zu werden. So, wenn man einfach weitergeht, wird alles gut.“ Zitat der Woche„In einer umgebung ohne genehmigungen, in der du wirklich die freiheit genießen kannst, jederzeit und überall zu arbeiten, wann und wo du willst. Für die meisten Menschen wird das dazu führen, dass sie ständig arbeiten, egal wo sie sind. Und du hast niemanden, der dich stoppt, außer dir selbst. Es ist viel problematischer, als du erwarten könntest. Es ist ein echtes Risiko.““ – Tim Ferriss
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