ZENIT SONNTAGLieber Leser Fünf Bücher im Monat klingt nach einer Zahl für Leute ohne Verpflichtungen. Cal Newport schafft sie neben seinem Job als Informatikprofessor, dem Schreiben eigener Bücher und drei Kindern. Er sagt, das sei einfacher, als es klingt. Sein wichtigster Grund dafür hat mit Büchern erst einmal gar nichts zu tun. Warum sich das überhaupt lohnt: Lesen ist für Dein Gehirn das, was Sport für Deinen Körper ist. Du ringst mit komplexen Gedanken, verbindest Sichtweisen und übst, Dich in andere hineinzuversetzen. Wir kümmern uns bis ins Detail um Trainingspläne und Ernährung und denken kaum darüber nach, wie wir unser Gehirn auf voller Leistung halten. Dabei leben die meisten von uns heute mehr von ihrem Kopf als von ihrem Körper. 1. Wähl interessantere BücherViele scheitern schon bei der Auswahl, weil sie fragen, welches Buch sie lesen sollten oder was gut klingt, wenn andere davon hören. So landest Du bei einem Wälzer, der Dich erschlägt. Nimm stattdessen eine breite Mischung: Romane, in denen Du Dich verlierst, Sachbücher, die Dein Interesse treffen, ab und zu etwas Anspruchsvolleres. Misch Gedrucktes mit Hörbüchern. Wenn immer ein Hörbuch läuft, sind ein bis zwei Bücher im Monat schon nebenbei erledigt. 2. Plane Lesezeiten wie SportTrag das Lesen in Deinen Kalender ein. Eine halbe Stunde nach der Arbeit, eine Stunde am Sonntagmorgen. Kaum jemand trainiert nach dem Prinzip, es zu tun, wenn Zeit und Lust da sind, denn daraus werden null Stunden. Beim Lesen ist es genauso. Gib der Sache einen festen Platz. 3. Bau Rituale drumherumMach das Lesen zu etwas, auf das Du Dich freust. Newport nimmt am Freitagabend ein Glas Bourbon zum Buch, liest bei schönem Wetter auf seiner Veranda und hat bei anspruchsvollen Büchern Tee oder Kaffee dabei. Ein schönes Ritual macht es viel wahrscheinlicher, dass Du es auch wirklich tust. 4. Mach SchlussspurtsWenn Du auf den letzten hundert Seiten bist, trödle nicht bis zum Ende. Nimm Dir zweieinhalb Stunden, geh ins Café, lass das Telefon liegen und zieh es durch. So versandet ein Buch nicht kurz vor dem Ziel. 5. Mach Dein Handy langweiligDas ist Newports Geheimwaffe. Er hatte nie ein Social-Media-Konto, deshalb ist sein Handy schlicht nicht interessant. Was macht er also, wenn ihm langweilig ist? Er liest. Lesen wird zu dem, was er automatisch tut, wenn er nichts anderes vorhat. Denk an den Moment, als viele über die Bildschirmzeit zum ersten Mal sahen, wie viele Stunden täglich aufs Handy gehen. Zwei, drei, vier Stunden. Stell Dir vor, dieser Strom fliesst in Buchseiten. Nimm alles Interessante vom Handy runter und leg ein Buch in Reichweite. Wenn Du sonst nichts umsetzt, dann das. Der zweite Gewinn dabei: Die Zeit fliesst in etwas, das Dich weiterbringt, und Du entgehst der Unruhe, die diese Apps in jeder Minute erzeugen. Zwei Stunden mit einem guten Buch und zwei Stunden auf einer Streit-Plattform machen einen gewaltigen Unterschied für die Qualität Deines Lebens. Quelle: Cal Newport Alles Liebe, Nicola Catch The Zenith PodcastIch bin Nicola Flückiger und Gastgeber des Schweizer Podcasts Catch The Zenith, mit über 200 erschienenen Episoden. Dich erwarten Gespräche und persönliche Gedanken über Verantwortung, Liebe und Tradition, die Dich Deinem Zenit näherbringen. Jeden Montag erscheint eine neue Folge – unter anderem mit dem ehemals jüngsten Professor der Welt, dem Enkel des Erfinders des Birchermüeslis, dem Gründer eines Milliarden-Unternehmens oder einem Multimillionär-Investor. Dieser Podcast ist mein Versuch, jungen Schweizer Männern zu produktiver Grosszügigkeit zu verhelfen, mich selbst und die Welt besser zu verstehen und die friedliche Koexistenz unterschiedlicher Meinungen zu fördern. Du kannst den Podcast auf YouTube, Apple Podcasts, Spotify oder direkt auf der Website anhören. Episode dieser Woche #269: Wie Du nach der Arbeit wirklich abschaltest
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