ZENIT SONNTAG

Lieber Leser

Stell Dir vor, Du hast Streit mit einem guten Kumpel. Etwas steht zwischen Euch, und Ihr geht Euch seit Tagen aus dem Weg. Die meisten machen jetzt eines von zwei Dingen. Entweder sie schlucken es runter und hoffen, dass es von selbst verschwindet, bis es beim nächsten Anlass mit doppelter Wucht hochkommt. Oder sie gehen frontal drauf los, jeder verteidigt seine Position, und am Ende steht man schlechter da als vorher.

Es gibt einen dritten Weg. Patrick Bet-David beschreibt ihn als ein einfaches Gerüst aus fünf Punkten, das er bei jedem Konflikt durchgeht. Du setzt Dich mit der anderen Person hin und gehst die Punkte der Reihe nach durch, jeweils Deine Seite und ihre Seite.

Erstens, die Bedenken. Was macht dem anderen Sorgen, und was macht Dir Sorgen? Oft merkst Du hier schon, dass Ihr Euch um ganz verschiedene Dinge sorgt.

Zweitens, die Annahmen. Was nimmt der andere über Dich an, und was nimmst Du über ihn an? Genau hier stecken die meisten Missverständnisse. Sehr oft liegen die Annahmen komplett daneben.

Drittens, die Absichten. Was glaubt der andere, was Du willst, und was willst Du wirklich? Meistens stellt sich heraus, dass keiner dem anderen etwas Böses will.

Viertens, die Ängste. Wovor hat der andere Angst, und wovor hast Du Angst? Sobald das auf dem Tisch liegt, wird aus einem Gegner ein Mensch mit denselben Unsicherheiten wie Du.

Fünftens, das Anliegen. Was möchte der andere konkret von Dir, und was möchtest Du von ihm? Am Ende steht auf beiden Seiten eine klare Bitte, statt einem vagen schlechten Gefühl.

Ein Beispiel. Du und Dein Kumpel habt Euch wegen Geld zerstritten. Statt Euch weiter zu meiden, setzt Ihr Euch hin. Bei den Annahmen kommt heraus, dass er glaubt, Du hättest ihn absichtlich übergangen, während Du einfach dachtest, die Sache sei längst geklärt. Ein Missverständnis. Bei den Absichten merkt Ihr, dass keiner den anderen über den Tisch ziehen wollte. Und beim Anliegen wird klar, was jeder braucht, um die Sache abzuhaken. Nach zwanzig Minuten ist der Konflikt gelöst. Und das Gespräch war vielleicht das beste, das Ihr seit langem hattet.

Der Trick ist, dass Ihr das Problem gemeinsam anschaut, Seite an Seite. So wird aus einem Kampf gegeneinander ein Team, das dasselbe Problem löst.

Beim nächsten Konflikt, bevor Du schweigst oder zurückschiesst, nimm Dir diese fünf Punkte vor. Bedenken, Annahmen, Absichten, Ängste, Anliegen. Deine und seine.

Quelle: Patrick Bet-David, aus seinem Video “20 Rules for Fathers”.

Alles Liebe,

Nicola

​

Catch The Zenith Podcast

Ich bin Nicola Flückiger und Gastgeber des Schweizer Podcasts Catch The Zenith, mit über 200 erschienenen Episoden.

Dich erwarten Gespräche und persönliche Gedanken über Verantwortung, Liebe und Tradition, die Dich Deinem Zenit näherbringen.

Jeden Montag erscheint eine neue Folge – unter anderem mit dem ehemals jüngsten Professor der Welt, dem Enkel des Erfinders des Birchermüeslis, dem Gründer eines Milliarden-Unternehmens oder einem Multimillionär-Investor.

Dieser Podcast ist mein Versuch, jungen Schweizer Männern zu produktiver Grosszügigkeit zu verhelfen, mich selbst und die Welt besser zu verstehen und die friedliche Koexistenz unterschiedlicher Meinungen zu fördern.

Du kannst den Podcast auf YouTube, Apple Podcasts, Spotify oder direkt auf der Website anhören.

Episode dieser Woche

​#266: Warum Du Dich nicht motivieren kannst​

Was ich diese Woche gelernt habe

Jordan Peterson erklärt, wie man sich klarer und überzeugender ausdrückt:

Achte darauf, was Du sagst. Das ist ein guter Anfang. Und damit meine ich: Achte wirklich bewusst auf Deine Worte.

Stell Dir vor, Du versuchst, durch einen Sumpf zu gehen. Unter dem Wasser liegen Steine, aber Du musst jeden einzelnen erst ertasten, bevor Du den nächsten Schritt machst. Genauso funktioniert Sprechen.

Frag Dich bei jedem Satz: Ist das wirklich das richtige Wort? Bringt mich das, was ich sage, mehr mit mir selbst in Einklang und macht mich stärker? Oder entfernt es mich von mir selbst und macht mich schwächer?

Was Du sagst, muss zu dem passen, wer Du bist. Das ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass andere Dich als authentisch und vertrauenswürdig wahrnehmen.

Wenn Deine Worte und Deine Handlungen übereinstimmen, vertrauen Dir Menschen nicht nur. Sie empfinden Dich auch als interessant und überzeugend. Und genau das lässt sich nur sehr schwer vortäuschen.

Du wirst nicht wortgewandt, indem Du Dir bessere Wörter einprägst. Du wirst wortgewandt, indem Du Dich bei jedem Satz Schritt für Schritt an die Wahrheit herantastest.

​

Zitat der Woche

„Für Deine Lebensqualität ist es besser, ein Optimist zu sein, der falschliegt, als ein Pessimist, der recht behält.“ – Elon Musk

​

Videoempfehlungen:

video preview​

​

video preview​

​