ZENIT SONNTAGLieber Leser Du hast ein Projekt am Laufen, lernst nebenbei eine neue Fähigkeit und willst eigentlich auch regelmässig Inhalte veröffentlichen. Dazu Gitarre, Sport, Fotografie. Alles interessiert Dich, alles fühlt sich wichtig an. Und am Ende des Jahres bist Du nirgends wirklich weitergekommen. Cal Newport erklärt, warum das kein Zufall ist. Der DenkfehlerWir stellen uns den Zusammenhang zwischen Aufwand und Ertrag als gerade Linie vor. Zehn Stunden Arbeit ergeben zehn Stunden Ertrag, egal worin wir sie stecken. So funktioniert es laut Newport nicht. Der Zusammenhang ist krumm. Wenn Du viel Zeit in eine einzige Sache steckst, schiesst der Ertrag ab einem gewissen Punkt sprunghaft nach oben, weil Du lange genug drangeblieben bist. Daraus folgt etwas Entscheidendes. Es ist eben nicht dasselbe, ob Du eine feste Menge Stunden auf viele Dinge verteilst oder alle in eine steckst. Wäre der Zusammenhang gerade, wäre eine Stunde in zehn Projekten so viel wert wie zehn Stunden in einem, und Du könntest ruhig alles gleichzeitig machen. Weil er krumm ist, bringen zehn Stunden in einem Projekt einen gewaltigen Ertrag, während eine Stunde in jedem der zehn Dir fast nichts einbringt. Schritt 1: VereinfachenDie Schlussfolgerung ist unbequem. Du musst weniger machen. Das macht Angst, weil all diese Dinge Dir etwas bedeuten. Trotzdem führt kein Weg daran vorbei. Streich die Liste zusammen, beruflich wie privat. Bei den Hobbys landest Du am Ende bei zwei, vielleicht drei. Schritt 2: Ein Fokus, der Rest auf GrundniveauDer Teil, der die Sache erträglich macht: Du streichst die anderen Dinge nicht aus Deinem Leben, Du stellst sie auf ein Grundniveau. Das heisst, es gibt eine kleine Gewohnheit, die die Sache am Leben hält, aber kaum Zeit frisst. Sie ist nicht vergessen, sie bekommt nur gerade nicht Deine Kraft. Ein Beispiel: Du interessierst Dich für mehrere Sportarten. Dann hältst Du im Hintergrund eine einfache Fitnessroutine, trainierst aber für keine davon gezielt, und Deine ganze Hobbyzeit geht in die Gitarre. Beruflich gilt dasselbe. Wenn eine neue Fähigkeit Dein Beruf werden soll, steckst Du Deine Zeit dort hinein und lässt das Nebenprojekt auf kleiner Flamme laufen. Warum das funktioniertErst wenn Du genug Zeit in eine Sache steckst, kommt dieser Sprung im Ertrag. Und sobald er da ist, darfst Du weiterziehen und Dir den nächsten Bereich vornehmen, für die nächsten sechs Monate oder das nächste Jahr. Es geht also nicht darum, Deine Interessen aufzugeben. Es geht darum, sie nacheinander zu bedienen. Das Wichtige hältst Du auf Grundniveau, und Deine volle Kraft fliesst immer nur in wenige Dinge. Quelle: Cal Newport Alles Liebe, Nicola Catch The Zenith PodcastIch bin Nicola Flückiger und Gastgeber des Schweizer Podcasts Catch The Zenith, mit über 200 erschienenen Episoden. Dich erwarten Gespräche und persönliche Gedanken über Verantwortung, Liebe und Tradition, die Dich Deinem Zenit näherbringen. Jeden Montag erscheint eine neue Folge – unter anderem mit dem ehemals jüngsten Professor der Welt, dem Enkel des Erfinders des Birchermüeslis, dem Gründer eines Milliarden-Unternehmens oder einem Multimillionär-Investor. Dieser Podcast ist mein Versuch, jungen Schweizer Männern zu produktiver Grosszügigkeit zu verhelfen, mich selbst und die Welt besser zu verstehen und die friedliche Koexistenz unterschiedlicher Meinungen zu fördern. Du kannst den Podcast auf YouTube, Apple Podcasts, Spotify oder direkt auf der Website anhören. Episode dieser Woche #270: Warum Du nicht mehr liest (es liegt nicht an der Zeit)
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