ZENIT SONNTAG

Lieber Leser,

ich hoffe, Du hattest schöne Weihnachten. Ich wünsche Dir schon jetzt ein grossartiges neues Jahr.

Die Zeit zwischen dem alten und dem neuen Jahr ist ein guter Zeitpunkt, bewusst über das vergangene Jahr nachzudenken und Klarheit für das Kommende zu gewinnen.

Eine Routine, die ich die letzten zwei Jahre gemacht habe, ist die „Past Year Review“.

Viele Jahre lang war ich überzeugt, dass man die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr vor allem dafür nutzen sollte, das kommende Jahr zu planen und möglichst präzise zu definieren, was man in den nächsten 52 Wochen erreichen will. Die Wahrheit ist jedoch: Das führt oft zu einem sehr engen Fokus auf die Zukunft, ohne wirklich aus dem vergangenen Jahr zu lernen.

Diese Sichtweise hat sich grundlegend geändert, als ich auf einen Blogpost von Tim Ferriss gestossen bin, dem Autor von The 4-Hour Workweek. Dort schreibt er:

„Ich werde oft gefragt, wie ich an Neujahrsvorsätze herangehe. Die Wahrheit ist: Ich mache sie gar nicht mehr, obwohl ich das jahrzehntelang getan habe. Warum dieser Wandel? Ich habe festgestellt, dass sogenannte ‚Past Year Reviews‘ deutlich informierter, wertvoller und umsetzbarer sind, als halbblind mit allgemeinen Vorsätzen nach vorne zu schauen.“

Persönlich plane ich das neue Jahr weiterhin. Der entscheidende Unterschied ist jedoch: Ich reflektiere zuerst das vergangene Jahr, bevor ich über eine hypothetische Zukunft nachdenke. Diese Routine hat bei mir in den letzten Jahren jeweils etwa vier bis sechs Stunden gedauert. Wenn Du schneller bist, schaffst Du das vermutlich auch in 30 bis 60 Minuten.

So habe ich meinen Past Year Review durchgeführt:

  • Ich habe eine neue Notiz in Evernote erstellt und zwei Bereiche angelegt: Positiv und Negativ. Du kannst dafür genauso gut Google Docs, Word oder einfach Papier verwenden.
  • Danach habe ich meinen Google Kalender des letzten Jahres geöffnet und mir jede einzelne Woche und jeden einzelnen Tag angeschaut.
  • Für jede Woche habe ich festgehalten, welche Menschen, Aktivitäten oder Verpflichtungen besonders starke positive oder negative Emotionen ausgelöst haben und sie entsprechend der richtigen Spalte zugeordnet.
  • Nachdem ich das ganze Jahr durchgegangen war, habe ich mir beide Spalten angeschaut und mich gefragt: Welche 20 Prozent dieser Punkte haben die zuverlässigsten oder stärksten emotionalen Spitzen ausgelöst? Stichwort Pareto-Prinzip.
  • Anschliessend habe ich zwei neue Bereiche erstellt: „Positive Leaders“ und „NOT-TO-DO-LISTE“ und diese basierend auf der vorherigen Frage gefüllt.
  • Die Punkte aus den „Positive Leaders“ habe ich bewusst häufiger im neuen Jahr eingeplant. Tim Ferriss bringt es auf den Punkt: „Trag es jetzt in den Kalender ein. Plane Treffen mit Freunden und buche oder bezahle Aktivitäten, Events und Verpflichtungen im Voraus, von denen Du weisst, dass sie funktionieren. Es ist nicht real, solange es nicht im Kalender steht.“
  • Übrig geblieben sind die negativen Leaders. Sie bilden meine persönliche NOT-TO-DO-LISTE für das neue Jahr. Das sind Menschen, Aktivitäten und Verpflichtungen, die mir nicht guttun. Ich versuche deshalb, sie nicht aus Pflichtgefühl, Schuld, FOMO oder anderem selbstgemachten Unsinn in meinen Kalender zu lassen.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, habe ich basierend auf Ferriss’ Blogpost eine Schritt-für-Schritt-Anleitung inklusive Vorlage erstellt, die Du kostenlos kopieren und für Deinen eigenen Past Year Review nutzen kannst.

Diese Routine hat mir geholfen, bewusster zu entscheiden, mit wem und womit ich meine Zeit verbringe. Sie ist kein starres System, aber eine klare Leitlinie, um weniger aus Gewohnheit und mehr aus Überzeugung zu handeln.

Alles Liebe,

Nicola

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Catch The Zenith Podcast

Ich bin Nicola Flückiger und Gastgeber des Schweizer Podcasts Catch The Zenith, mit über 200 erschienenen Episoden.

Dich erwarten Gespräche und persönliche Gedanken über Verantwortung, Liebe und Tradition, die Dich Deinem Zenit näherbringen.

Jeden Montag erscheint eine neue Folge – unter anderem mit dem ehemals jüngsten Professor der Welt, dem Enkel des Erfinders des Birchermüeslis, dem Gründer eines Milliarden-Unternehmens oder einem Multimillionär-Investor.

Dieser Podcast ist mein Versuch, jungen Schweizer Männern zu produktiver Grosszügigkeit zu verhelfen, mich selbst und die Welt besser zu verstehen und die friedliche Koexistenz unterschiedlicher Meinungen zu fördern.

Du kannst den Podcast auf YouTube, Apple Podcasts, Spotify oder direkt auf der Website anhören.

Episode dieser Woche

#235: 13 Lektionen, die mein Leben 2025 verbessert haben. Höre sie hier.

Episode von nächster Woche

#236: Die Schweiz ist nicht mehr neutral – Alexander Baur. Höre sie hier (morgen ab 06:00 Uhr).

Was ich diese Woche gelernt habe

Lesen und Zeit

„Eine Stunde pro Tag zu lesen sind nur 4 Prozent Deines Tages.

Aber diese 4 Prozent bringen Dich innerhalb von zehn Jahren an die Spitze Deines Fachgebiets.

Finde die Zeit.“

— Zitat von Patrick Bet-David, amerikanischer Unternehmer und Podcaster.

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Zitat der Woche

“Politische Überzeugungen lassen sich grob in zwei Lager einteilen, obwohl die Überzeugungen innerhalb jedes Lagers eigentlich gegensätzlich sind – Klimawandel hat wenig mit Abtreibung zu tun, und Abtreibung wiederum wenig mit der Ukraine –, doch wenn man die Überzeugungen einer Person zu einem dieser Themen kennt, kann man in der Regel ihre Überzeugungen zu den anderen vorhersagen.” – Gurwinder

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Videoempfehlungen:

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