Viele Studenten oder Schüler kennen die Situation, wenn man ein Projekt so lange aufgeschoben hat, bis einem fast keine Zeit mehr bleibt bis zur Abgabe. Analog in der Arbeitswelt, wird teilweise sehr viel Zeit für beliebige Projekte eingeplant, um auf unvorhersehbare Änderungen gewappnet zu sein und am Schluss nicht in Verzug zu geraten. Trotzdem ist es nicht unüblich, dass am Schluss vor der Projektabgabe, grosser Stress ausbricht. An was kann das nur liegen? 

Hier kommt das Parkinsonsche Gesetz ins Spiel, mit diesem ich dir in dieser Episode zeigen möchte, wie du dein Zeitmanagement verbessern kannst. 

Das Parkinsonsche Gesetz 

Im Jahre 1955 veröffentlichte der britische Historiker Cyril Northcote Parkinson im Wirtschaftsmagazin „The Economist“ einen Artikel mit dem Titel „Parkinson‘s Law“. In diesem Beitrag, schrieb Parkinson, dass er ein neues Gesetz entdeckt habe, welches er anschließend darlegen wollte. Der Beitrag selbst, war eigentlich nicht ganz ernst gemeint. In einer Fussnote ging er auf den Namen „Parkinsonsche Gesetz“ ein und sagte „Warum? Warum nicht?“. Kurz und knapp, ganz im Stile des britischen Humors. 

Parkinson’s Formulierungen sind allgemein stark ironisch gehalten, wobei man schnell merkt, dass doch eine gewisse Wahrheit hinter diesen steckt. Die Gesetze vom Historiker, basieren auf seinen eigenen Beobachtungen, die er in unterschiedlichen Institutionen und Behörden sammeln konnte. 

Was besagt das Parkinsonsche Gesetz? 

„Arbeit dehnt sich genau in dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht“ ~ (Cyril Northcote Parkinson, 1955)

Mit anderen Worten, je mehr Zeit man für eine Aufgabe einplant, desto länger braucht man um sie zu erledigen. Ein weit verbreitetes Phänomen, welches viele von uns kennen. 

Parkinson übte dabei hauptsächlich Kritik an der britischen Verwaltung, vor allem an der Marine. Interessanterweise, stieg dort die Anzahl an Admirälen, während auf der anderen Seite die Anzahl an Schiffen und Offizieren abnahm. Kurz gesagt, es gab deutlich weniger Arbeit zu erledigen, aber viel mehr Chefs. 

Zu viel eingeplante Zeit ist schädlicher als zu wenig

Aus dem Parkinsonschen Gesetz kann man schliessen, dass zu viel angesetzte Zeit oder zu lange gesetzte Deadlines schwer zu erkennen sind, da man sie falsch oder ungenau einschätzt (Man denkt, mit dieser unterlegten Zeit, sollte das gerade noch so reichen). Darum sollte man versuchen nicht in diesen Kreislauf hinein zu fallen, wobei die Deadlines immer weiter weg gesetzt werden und noch mehr Zeit eingeplant wird. Ein negativer Nebeneffekt der dadurch auftreten kann, ist eine niedrigere Produktivität die an den Tag gelegt wird. 

Bei zu kurzer unterlegter Zeit, kann es natürlich passieren, dass die Qualität darunter leidet. Dadurch ist es leichter für sich selbst zu identifizieren, ob man nun genügend Zeit eingeplant hat. Umgekehrt funktioniert das eher schwer. Gleichzeitig ist es für manche Menschen sogar gut, eine zu kurze Deadline einzuplanen, um somit einem gewissen Druck auferlegt zu sein und dadurch sein volles Potenzial auszuschöpfen. Jedoch klar ist, dass dies kein erstrebenswerter Dauerzustand sein kann, da dies zu übermässigem Stress führen kann. Somit wenn du dich bei einer der oben genannten Punkten wiederfindest (Zu viel Zeit einplanen oder zu wenig), dann versuche etwas an deinem Zeitmanagement zu ändern, um schlussendlich so effektiv und effizient wie möglich dein nächstes Projekt zu erledigen. 

Eigene Erfahrungen 

Dieses Gesetz kann ich gut auf die Produktion meiner Podcasts und Blogbeiträge übertragen. Ich habe jeweils gut eine Woche zwischen der nächsten Episode Zeit, um sämtliche Dinge zu erledigen, sodass der Podcast fertig zur Veröffentlichung bereit steht. Auch wenn ich weiss, dass der Podcast erst nächste Woche erscheinen wird, ist es nicht immer sinnvoll die ganzen sieben Tage einzuplanen, denn es kann schnell passieren, dass man Dinge aufschiebt, weil man ja denkt, dass noch genügend Zeit zur Verfügung steht. Schlussendlich ist es nicht angenehm zu wissen, dass man eigentlich noch Aufgaben zu erledigen hat, die einem auf der Schulter sitzen. Um dies zu vermeiden, habe ich einen Terminkalender, mit dem ich mir Fristen gebe, um die verschiedenen Schritte zu erledigen. Dadurch stelle ich sicher, dass ich nicht unnötig Zeit verschwende, und die wichtigen Dinge tatsächlich auch erledige. Das Parkinsonsche Gesetz ist somit sehr nützlich um sämtliche Vorhaben zu berücksichtigen, die ein gewisses Mass an Arbeit benötigen. 

Die Arbeit wird immer soweit erweitert, um die Zeit zu füllen, die wir ihr zuweisen: 

Als Student habe ich auch schon Erfahrungen mit diesem Gesetz sammeln können. Wenn ich mir beispielsweise einen Tag Zeit nehme, um eine Vorlesung nachzuarbeiten, dann benötige ich meistens auch die volle eingeplante Zeit. Jedoch wenn ich am selben Tag noch andere Dinge erledigen muss, und somit nur wenige Stunden zur Verfügung habe, dann kann ich das Nacharbeiten auch viel schneller erledigen. Meines erachtens nach ohne Einbußen in der Qualität der Nacharbeit. Natürlich funktioniert das nur zu einem gewissen Grad an unterlegter Zeit, bis die Qualität einbricht. Kurzgesagt probiere diesen Ansatz doch mal aus und ich würde mich über ein Feedback in den Kommentaren auf dem Blog (catchthezenith.com) freuen. Vielen Dank!

Fazit

Ich beschäftige mich mittlerweile schon ein paar Jahre mit dem Thema Produktivität und kam vor rund zwei Jahren auf das Parkinsonsche Gesetz. Längere Zeit habe ich nicht mehr an dieses Gesetz gedacht, doch vor gut einem dreiviertel Jahr, habe ich wieder aktiv angefangen beim erledigen von Aufgaben, an dieses Gesetz zu denken. Dabei habe ich schnell gemerkt, wie effektiv man damit vorgehen kann. 

Zu Beginn dieses Artikels, bin ich auf die Situation eines Studenten, Schüler und Arbeiter bei der Abgabe eines Projekts eingegangen. Obwohl genügend Zeit eingeplant wurde, wurde es kurz vor der Abgabe stressig. Das liegt meist einfach daran, dass man andere Dinge erledigt hat oder ineffizient vorangegangene ist. Darum hoffe ich konnte dir mit diesem Gesetz und meiner Erfahrung einen Ansatz zeigen, mit dem dir nicht diese unangenehme Situation widerfährt. 

Falls du noch Fragen hast, würde ich mich freuen, wenn du mir diese in der Kommentarsektion mitteilen würdest. Vielen Dank! Den Catch The Zenith Podcast findest du auf Spotify, Apple und Google Podcasts. Ich wünsche Dir viel Spass beim Zuhören und Catch The Zenith!

Nicola Flückiger

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