Hast du lust Grafikdesign oder doch lieber eine neue Sprache zu lernen? Heutzutage ist es möglich, dass wir uns sämtliches Wissen beliebiger Art, über Online-Kurse aneignen können.

Völlig unabhängig davon, ob man seine berufliche Perspektiven erweitern möchte, allgemeinbildende Kurse belegt oder parallel zur einer Vollzeitbeschäftigung ein Studium abschliessen möchte, haben Online-Kurse dafür gesorgt, dass die Bildung zugänglicher ist wie nie zuvor. 

Bei den ganzen Vorteilen die Online-Kurse mit sich bringen, ergeben sich damit auch Herausforderungen, welche auf den Fakt zurückzuführen sind, dass diese keine herkömmliche Präsenz-Kurse sind. Darum ist es wichtig mit einem Plan solch eine Herausforderung anzugehen, um den bestmöglichen Wissenstransfer zu ermöglichen. Ohne einen Plan, kann der Wissenstransfer gestört werden und die eigene Leistung darunter leiden. Um genau dem vorzubeugen, werden ich nun einige Herausforderungen aufzeigen, denen sich Online-Lernende gegenüberstehen und in einem zweiten Schritt eine Lösung präsentieren, wie du deinen nächsten Online-Kurs erfolgreich bewältigst. 

Betrachte den Online-Kurs als normale Präsenzveranstaltung

Die meisten Kurse werden aktuell asynchron Unterrichtet, mit anderen Worten der Professor veröffentlicht beispielsweise ein mal pro Woche ein Vorlesungsvideo oder ein Folienskript. Natürlich werden mittlerweile zahlreiche Kurse auch live, im Rahmen einer Videokonferenz, abgehalten, jedoch liegt aktuell noch die Mehrheit bei den asynchronen Kursen. 

Der Fakt, dass man bei den Online-Kursen nicht physisch anwesend sein muss, birgt die Gefahr, schlechte Gewohnheiten zu entwickeln. Das bedeutet, dass man im Verzug mit dem Lernmaterial ist oder sogar den Kurs komplett vergisst. Um dem gegenzusteuern, sollte man einen Online-Kurs, wie eine physische Präsenzveranstaltung betrachten. Selbst wenn man sich nicht zu einer bestimmten Zeit in einem Seminarraum trifft, sollte man sich am besten eine Zeit festlegen beziehungsweise in den Kalender eintragen, wann man sich dem Online-Kurs widmet. Somit hat man eine bestimmte Routine, bei der man sozusagen “in den Kurs geht” und sich vollkommen auf diesen konzentrieren kann. 

Jeden Morgen seiner Routine nachzugehen und sich dem Online-Kurs zu widmen, kann einen signifikant positiven Unterschied auf Produktivität und Motivation haben. Somit erstelle dir eine Routine und versuche diese Tag für Tag umzusetzen.  

Ablenkungen aus dem Weg schaffen 

Bei Online-Kursen hat man kein Professor oder Lehrer der einem über die Schulter schauen kann und allenfalls interveniert. Ebenfalls sitzen auch keine Kollegen neben dir, die einem dazu motivieren können, sich auf die Vorlesung zu konzentrieren. Dadurch kann man sich schnell einmal von Mitbewohnern, Social Media oder anderen potenziellen Aktivitäten, ablenken lassen. 

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man versucht sämtliche Ablenkungen aus dem Weg zu schaffen und einen Lernraum schafft, indem man störfrei arbeiten kann. Dazu gibt es zahlreiche Apps, die einem bei der Lösung dieses Problems zur Seite stehen. Empfehlungen von solchen Apps findest du in meinem Artikel über die Pomodoro-Technik

Die Pomodoro-Technik ist dabei das richtige Stichwort, wenn man noch mühe damit hat, Aufgaben anzupacken. Diese Technik verwendet 25 Minuten Zeitintervalle, in denen man fokussiert nur an einer Aufgabe arbeitet. Die genaue Funktion dieser Technik, findest du im dazugehörigen Artikel

Des weiteren ist es wichtig, sämtliches Arbeitsmaterial am Schreibtisch griffbereit parat zu haben, denn man sollte nicht andauernd aufstehen müssen, denn das unterbricht das konzentrierte Lernen. 

Eine Lerngruppe bilden

Als jemand der es bevorzugt in Gruppen zu lernen, sind Online-Kurse eine klare Umstellung. Vielleicht kennst du ein paar Leute, die den gleichen Kurs belegen, jedoch ist es eine andere Situation, wenn man nicht nebeneinander sitzt. Ebenfalls kann man nicht einfach mit seiner Lerngruppe in die Bibliothek gehen, um zu lernen. Darum sollte man nach anderen Möglichkeiten suchen, wie man trotzdem mit anderen Personen lernen kann. 

Da Online-Kurse im Normalfall mehrere Personen belegen, kann man genau das ausnutzen, um virtuelle Lerngruppen ins Leben zu rufen. Dafür gibt es bekannte Videokonferenz-Plattformen, die einem das ermöglichen. 

Viele Kurse verfügen auch über eine Online-Gruppe beziehungsweise Diskussionsforum, in denen man sich mit anderen Lernenden austauschen kann. Um schlussendlich in einer Gruppe lernen zu können, kann man in ein Forum schreiben, ob es Leute gibt, die gerne über Videokonferenz lernen möchten. Wenn man einmal eine Lerngruppe gefunden hat, sollte man versuchen, sich regelmässig zur gleichen Zeit zu treffen. Dadurch sollte es dir möglich sein, die Lernvorteile eines Studiums (Online-Kurs), in einer Gruppe zu realisieren. Einhergehend hat man dadurch auch jemanden der einem zur Rechenschaft zieht und einem motivieren kann, wenn die Lust auf das Lernen mal nicht vorhanden ist. 

Mache Notizen 

Online-Kurse bieten den Vorteil, dass sämtliches Material online zur Verfügung gestellt wird. Das birgt die Gefahr, dass man anfängt keine Notizen zu machen, da ja sämtliches Material online zur verfügung steht. Erst wenn die Prüfung bevorsteht oder Hausaufgaben erledigt werden müssen, greift man auf den Lernstoff zurück. 

Natürlich kann es sehr hilfreich sein, dass sämtlicher Lernstoff online zur verfügung steht, denn wenn man beispielsweise Übungen machen sollte, kann man immer zur Quelle zurück gehen. Trotzdem sollte man Notizen machen und konzentriert das Online-Material durcharbeiten. Der eigentliche Grund, wieso man Notizen macht, ist nicht der damit man ein Archiv des Lernmaterials hat. Der eigentliche Gewinn, den man durch Notizen erlangt, ist in dem man sich mit dem Material auseinandersetzt und versucht das ganze in eigenen Worten wiederzugeben. Das fördert somit das Verständnis und führt dazu, dass man sich die Inhalte merken kann. 

Die zur Verfügung gestellten Ressourcen verwenden

Um in einem Online-Kurs erfolgreich zu sein sollte man am Unterricht teilnehmen und sich mit dem Material auseinandersetzen. Jedoch um vollumfänglich das Material zu beherrschen, macht es Sinn, dass du sämtliche verfügbaren Ressourcen verwendest. 

Es kann sein, dass der Lehrer zusätzliche Ressourcen zum Verständnis und Üben zur verfügung stellt. Diese Möglichkeit sollte man wahrnehmen, da man ohnehin das ganze von zu Hause aus erledigen kann. 

Ebenfalls kann es sinnvoll sein, virtuelle Fragestunden vom Professor zu besuchen. In diesen Stunden kann man Fragen zur Vorlesung, zu Hausaufgaben oder zur bevorstehenden Prüfung klären. 

Habe einen speziellen Lernraum 

Wenn man im wirklichen Leben seine Mitstudenten trifft, ist man meist in einem Hörsaal oder Seminarraum. Wiederum zu Hause hast du schon alles eingerichtet und kannst gleich loslegen. Ein vorbestimmter Lernbereich kann dabei helfen, konzentriert zu bleiben und “Lernen” von “Pause” trennen zu können. 

Dieser Lernraum kann dabei überall sein, entscheidend ist einfach, dass man sich dort bestmöglich konzentrieren kann. Ein Platz im Schlafzimmer, am Tisch in der Küche oder sogar auf dem Balkon, können Möglichkeiten sein. Sei kreativ!

Wichtig ist schlussendlich Umgebungen zu meiden, die zu bequem sind oder die einem ablenken. Beispielsweise im Bett zu lernen oder neben einem Fernseher zu sitzen, sind nicht empfehlenswerte Ort, um konzentriert lernen zu können. Am besten ist es, wenn man einen Lernraum gefunden hat, der einem signalisiert “Jetzt muss ich lernen”.

Episode 7: Office Essentials

Fristen im Auge behalten

Im normalen physischen Unterricht erinnert einem der Professor meist an bevorstehende Prüfungen, Hausaufgaben oder andere Fälligkeitstermine. Bei Online Kurse fällt diese Erinnerung teils weg und somit muss man selber die Fristen und Daten im Überblick behalten. 

Aus diesem Grund sollte man den Lehrplan der Veranstaltung beziehungsweise des Kurses lesen und alle Daten heraussuchen, welche für dich relevant sind. Um diese Daten nicht zu vergessen, kannst du diese in einen Kalender eintragen. Um immer up-to-date zu bleiben ist es wichtig regelmässig in den Kalender zu schauen. Natürlich kann es auch Änderungen von Fristen geben, die man dann entsprechend im Kalender aktualisieren sollte.  

Ein Kalender garantiert natürlich nicht, dass man eine Frist einhaltet und pünktlich die Hausaufgabe erfüllt (Die Arbeit muss ja noch erledigt werden). Jedoch hilft ein Kalender dabei, die eigene Note (Falls es eine gibt) nicht in Gefahr zu bringen. 

Aufschieben vermeiden

Ein Online-Kurs kann zu übermässigem Aufschub führen, denn es bestehen ja meist keine regelmässigen Klassentreffen, die dich beschäftigen und so gesagt zur Rechenschaft ziehen können. Das kann dazu führen, dass man das ganze Lernen bis zum Ende des Semesters aufschiebt und dann versucht den ganzen Stoff, in wenige Tage zu packen. Falls die Abschlussprüfung noch ein oder zwei Monate entfernt ist, kann das gut funktionieren, jedoch bei ein paar Tagen oder sogar nur einer Nacht, die einem noch bleibt, kann es schwierig werden. 

Um solch eine Situation zu vermeiden, ist es sinnvoll einen Zeitplan für das Semester und/oder für die intensive Lernphase zu erstellen. Lege dabei Fristen fest, bis wann man seine Zusammenfassung fertig haben sollte, ein Skript fertig gelesen oder eine Übung nochmal gelöst haben sollte etc. – einfach das was man tun muss, um das Material bestmöglich zu lernen. 

Somit wenn man das Lernen über das ganze Semester verteilt, hat man eine voll umfängliche Übersicht, ist wahrscheinlich weniger gestresst und kann die Inhalte auch tatsächlich lernen (Anstatt sie nur einmal für die Prüfung auswendig zu lernen und dann zu vergessen). Natürlich sollte man das ganze auch nicht überplanen und sich am Ende noch überfordern. 

Da man bei Online-Kursen nicht wöchentlich beispielsweise 3-4 Stunden zusammensitzt, kann man den Aufwand teilweise nur schwer einschätzen. Um den Aufwand einordnen zu können, kann man sich danach richten, dass ein “normaler” Kurs etwa gleich viel Zeit in Anspruch nimmt, wie ein Online-Kurs. Die Realität sieht meist ein weniger anders aus, jedoch kann man so, das Ausmass des Aufwandes näherungsweise abschätzen.

E-Mails regelmässig überprüfen

Wenn man nach dem Buch «Die Vier Stunden Woche» von Tim Ferriss gehen würde, sollte man seine Mails definitiv nicht mehrmals pro Tag checken. Selber würde ich das auch nicht empfehlen, dass man viel Zeit damit verbringt, E-Mails abzurufen. Jedoch bei Online-Kursen sieht es ein wenig anders aus, da man mit den Nachrichten des Professors Schritt halten sollte. Dadurch ist man über Termine, Fristen und Ankündigungen informiert. 

Online-Kurse verwenden meist verschiedene Tools, um mit den Teilnehmern zu kommunizieren. Ob es nun über E-Mails oder ein anderes Online-Nachrichtentool passiert, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist es, dass der Kommunikationsort regelmässig aufgesucht wird, um up-to-date zu bleiben. Um dabei sicherzustellen, dass man keine Nachricht vergisst, kann man auch eine To-do-Liste erstellen, mit Nachrichten die man gelesen hat und welche man noch lesen sollte oder welche vom Inhalt wichtig sind oder welche man löschen kann. Die To-do-Liste kann zum Beispiel «Nachrichten-Check von meinem Professor», heissen. 

Hole dir Hilfe, wenn du Probleme mit dem Lernmaterial hast

Wenn man nicht physisch im Hörsaal oder Klassenraum anwesend sein kann, ist es schwieriger den Professor um Hilfe zu bitten. Man kann nicht einfach nach der Stunde auf den Professor zugehen und ihn etwas fragen. Dafür muss man ein wenig mehr Aufwand betreiben. 

Lasse dich jedoch nicht von diesem Hindernis abhalten, vom Professor Hilfe zu erhalten. Wenn du Aufgaben nicht verstehst oder generell mit gewissen Dingen im Hintertreff bist, dann ist es wichtig den Ausbilder zu kontaktieren. Je länger man dabei wartet, desto weiter fällt man zurück und somit steigt auch die Wahrscheinlichkeit an der Prüfung schlecht abzuschneiden. 

Falls die Unterstützung, die der Professor anbietet nicht ausreichend ist, suche nach zusätzlichen Ressourcen. Du kannst zum Beispiel auf YouTube nach Lernvideos suchen, in Foren Beiträge lesen oder zusätzlich einen anderen gratis Online-Kurs finden (Zu vielen Themen wie Mathe, Kunst, Informatik, Wirtschaft, Physik, Chemie, Biologie und Medizin, gibt es kostenlose Online-Kurse)

Mein Fazit zu Online-Kursen

Meines Erachtens nach, haben Online-Kurse trotz den potenziellen Problemen, zahlreiche Vorteile. Zum einen ist es sehr angenehm, im eigenen Tempo zu arbeiten und Vorlesungen zurückspulen zu können, falls man etwas nicht verstanden hat. Ebenfalls bieten Online-Kurse die Chance, produktiver zu werden, da es meist weniger Ablenkung gibt. 

Wenn du die oben aufgeführten Tipps befolgst, bin ich mir sicher, dass ein Online-Kurs genauso lohnend und lehrreich sein kann, wie ein physischer Kurs. 

Was ist Dir lieber, der «klassische» physische- oder ein Online-Kurs? Ich würde mich freuen, wenn du mir deine Erfahrungen und Gedanken in der Kommentarsektion mitteilen würdest. Vielen Dank!

Den Catch The Zenith Podcast findest du auf Spotify, Apple und Google Podcasts. Ich wünsche Dir viel Spass beim Zuhören und Catch The Zenith!

Nicola Flückiger