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Lieber Leser, In einer Welt, in der wir sehr schnell in Denksilos fallen können, ist es extrem einfach, in Monodenken zu verfallen. Was meine ich damit? Monodenken bedeutet: Wenn ich eine Deiner Meinungen kenne und daraus alle anderen Überzeugungen von Dir ableiten kann, dann fällst Du ziemlich sicher in die Kategorie eines Monodenkers – also jemand, der nicht besonders solide denkt. Beispielsweise: Wenn ich weiss, wie Du zum Thema Feminismus stehst, und daraus automatisch schliessen kann, was Du über den Klimawandel, Kriege, LGBTQ oder Gleichberechtigung denkst, dann ist das kein Denken mehr, sondern ein Muster. Monodenken zeigt sich auch, wenn jemand versucht, die ganze Welt auf ein einziges Phänomen oder eine Ideologie zurückzuführen. Wenn also jemand sagt: „Alles ist wegen Trump“, „Alles liegt am Kapitalismus“, „Alles ist wegen Feminismus“ oder „Alles wegen Kommunismus.“ Aber die Welt ist viel zu komplex, um sie durch eine einzige Brille zu verstehen. Wer alles auf eine Ursache reduziert, vereinfacht nicht die Realität – er verzerrt sie. Wie gehen wir anders damit um? Ich habe dazu eine Regel von Dr. Jordan B. Peterson gelernt: Gib Ideologien auf. Was heisst das konkret? Eine Ideologie ist im Grunde ein Regelwerk, das versucht, alles im Leben durch ein einziges Konzept zu erklären. Aber das funktioniert nicht – das Leben ist zu vielschichtig. Stell Dir die Frage: Wann war das letzte Mal, dass Dich jemand online wirklich überrascht hat? Ein Influencer, der plötzlich etwas gesagt hat, das Dich erstaunt hat – weil es nicht in seine übliche Schublade passt. Zum Beispiel jemand, der sonst konservative Themen behandelt, plötzlich aber auch eine progressive Sicht bringt. Oder umgekehrt. Ich finde das stark. Weil es zeigt, dass jemand zwar eine Haltung hat, aber offen bleibt für neue Perspektiven. Natürlich ist das nicht einfach. Wenn Du Deine Meinung änderst, fühlt sich die eigene Seite schnell verraten. Und die andere Seite, die Dich sowieso nicht mag, wirft Dir mangelnde Standfestigkeit vor. Aber genau das ist für mich ein Zeichen von Charakter: über das eigene Camp hinauszudenken. Ich glaube, solides Denken bedeutet, die eigene Meinung regelmässig zu prüfen – und sie zu ändern, wenn neue Informationen dazukommen. Neue Perspektiven bringen neue Schlussfolgerungen. Das ist manchmal anstrengend, aber es ist ehrlich. Und es ist Denken, statt nur zu folgen. Ich persönlich finde es inspirierend, Menschen zuzuhören, die sich aus verschiedenen Denkrichtungen bedienen. Ich mag es zwar, wenn jemand meiner Meinung ist, aber es ist immer wieder erfrischend, bewusst etwas Gegensätzliches zu hören. Wenn Du viel konservativen Content konsumierst, hör Dir mal einen linken Podcast an – oder lies eine Zeitung, die anders tickt. Und genauso umgekehrt. So entsteht solides Denken: nicht indem Du alles glaubst, sondern indem Du verschiedene Perspektiven kennst und Deine eigene daraus formst. Alles Liebe, Nicola Catch The Zenith PodcastIch bin Nicola Flückiger und Gastgeber des Schweizer Podcasts Catch The Zenith, mit über 200 erschienenen Episoden. Dich erwarten Gespräche und persönliche Gedanken über Verantwortung, Liebe und Tradition, die Dich Deinem Zenit näherbringen. Jeden Montag erscheint eine neue Folge – unter anderem mit dem ehemals jüngsten Professor der Welt, dem Enkel des Erfinders des Birchermüeslis, dem Gründer eines Milliarden-Unternehmens oder einem Multimillionär-Investor. Dieser Podcast ist mein Versuch, jungen Schweizer Männern zu produktiver Grosszügigkeit zu verhelfen, mich selbst und die Welt besser zu verstehen und die friedliche Koexistenz unterschiedlicher Meinungen zu fördern. Du kannst den Podcast auf YouTube, Apple Podcasts, Spotify oder direkt auf der Website anhören. Episode dieser Woche #227: 15 Lektionen für junge Schweizer Männer – von Chris Williamson. Höre sie hier.
Was ich diese Woche gelernt habeNummer 1 „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da suchet, der findet; und wer da anklopfet, dem wird aufgetan.“ — Lukas 11,9–10 (Lutherübersetzung) Nummer 2 „Der grösste Feind der Linken ist nicht die Rechte, sondern die extreme Linke. Der grösste Feind der Rechten ist nicht die Linke, sondern die extreme Rechte. Die Verrückten auf der eigenen Seite lassen Dich viel lächerlicher wirken, als es die Gegenseite je könnte.“ — Gurwinder Zitat der Woche„Was würde mein Ich von morgen wollen, dass ich heute tue?“ — Chris Williamson
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